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Geschichte von Torgau  (Quelle: Wikipedia)

Erste urkundliche Erwähnung fand der Ort unter dem Namen Torgove in einem Dokument aus dem Jahr 973. Wann der Ort eine Stadt wurde, ist nicht datiert. Zumindest aus dem Jahr 1267 findet sich eine Notiz, die von der Stadt Torgau spricht.

1344 erfolgte die Ersterwähnung der Bürgerwehr Die Geharnischten im Städtebund Torgau, Oschatz und Grimma, die in der Wurzener Fehde 1542 Berühmtheit erlangte.

1485 fand die Leipziger Teilung zwischen den Brüdern Ernst und Albert statt. Ernst machte Torgau zur Residenz seines Machtbereiches. Im März 1530 verfasste Martin Luther aus dem nahen Wittenberg gemeinsam mit Jonas, Melanchthon und Bugenhagen die Torgauer Artikel. Doch schon 1547 war es vorbei mit der Residenzstadt: Der Kurfürst Johann Friedrich verlor gegen Kaiser Karl V., und sein Fürstentum wurde dem seines Vetters Moritz in Dresden zugeschlagen.

1552 reiste Luthers Witwe, Katharina von Bora, nach Torgau, um sich vor der in Wittenberg ausgebrochenen Pest in Sicherheit zu bringen. Bei einem Kutschenunfall brach sie sich jedoch das Becken und starb drei Wochen später, am 20. Dezember 1552, in Torgau.

In ihrem Sterbehaus befindet sich heute ein ihr gewidmetes Museum, und ihr Grabmal in der Kirche St. Marien ist eine der Torgauer Sehenswürdigkeiten.

Am 3. November 1760 fand mit der Schlacht bei Torgau auf den Süptitzer Höhen die letzte große Schlacht des Siebenjährigen Krieges statt.

Im Jahr 1811 wurde auf Befehl Napoleons die Festung ausgebaut, was jedoch nicht seine Niederlage verhinderte. Torgau fiel nach dem Willen der Sieger und den Beschlüssen des Wiener Kongresses 1815 an Preußen.

Zur Zeit des Nationalsozialismus, in den Jahren von 1943 bis 1945, war Torgau Sitz des Reichskriegsgerichts. Im Wehrmachtgefängnis Torgau auf Fort Zinna wurden über 1.000 Todesurteile verhängt und vollstreckt. Opfer der Hinrichtungen waren Wehrdienstverweigerer, Zeugen Jehovas, Widerstandskämpfer, amerikanische Kriegsgefangene u. a. Heute befindet sich hier ein von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten betreutes Museum.

Torgau erlangte Ende des Zweiten Weltkrieges internationale Berühmtheit, als sich am 25. April 1945 sowjetische und amerikanische Truppen an der Elbe bei der Stadt trafen und am 26. April 1945 dieses Ereignis nochmals für die Kameras nachträglich auf der zerstörten Elbebrücke in Szene setzten. Der erste Kontakt der beiden Armeen während des Krieges in Europa fand bereits am 25. April 1945 in Strehla, 30 Kilometer entfernt von Torgau, an der Elbe statt. Heute erinnert der Elbe Day als Gedenktag an dieses symbolische Ereignis. Einer der damals am Treffen teilnehmenden US-Soldaten, Joe Polowsky, setzte sich später für die Anerkennung des 25. April als "Weltfriedenstag" ein. Gemäß seinem letzten Willen wurde er nach seinem Tod 1983 auf dem evangelischen Friedhof in Torgau begraben.

Von September 1945 bis Oktober 1948 betrieb der NKWD in Torgau die Speziallager Nr. 8 und Nr. 10. Sie waren im früheren Wehrmachtgefängnis Fort Zinna und der nahegelegenen Seydlitz-Kaserne untergebracht. Während Nr. 8 vor allem nationalsozialistisch Belastete internierte, diente Nr. 10 als Durchgangsstation für politische Häftlinge, die als potentielle Gefahr für die Errichtung der sozialistischen Gesellschaftsordnung angesehen wurden, und auch für Sowjetbürger, in sowjetische Internierungslager. In drei Jahren verstarben in Torgau etwa 1.500 Gefangene.[3] ( Speziallager Nr. 8 Torgau (Fort Zinna) und Speziallager Nr. 10 Torgau (Seydlitz-Kaserne) )

Zwischen 1964 und 1989 gab es in Torgau einen Geschlossenen Jugendwerkhof. [4]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Torgau, das zuvor dem ehemaligen preußischen Regierungsbezirk Merseburg angehörte, Teil des neu gegründeten Landes Sachsen-Anhalt. 1952 folgte dann im Rahmen der Verwaltungsreform in der DDR die Zuordnung zum Bezirk Leipzig. Als mit der Wiedervereinigung 1990 die Grenzen der neuen Bundesländer festgelegt wurden, wurde Torgau im Ergebnis einer Volksbefragung schließlich wieder sächsisch.

Zum 1. Januar 2009 erfolgte die Erhebung zur Großen Kreisstadt.

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